WERKSTATTNOTIZ / 03

Ein Fermentationstagebuch führen

Das Gedächtnis kürzt ab. Ein Tagebuch bewahrt Einzelheiten, die später entscheidend sein können.

Ein verlässlicher Eintrag darf „nicht gemessen“ lauten, aber keinen erfundenen Wert enthalten.

Vor dem Start

Vergib eine kurze Chargenkennung, etwa K01. Notiere Datum, Rezeptquelle, Zutaten und Massen. Formuliere eine Frage, die deine Aufzeichnungen beantworten helfen sollen.

Beobachtung und Erklärung

„An der Oberfläche sind Blasen sichtbar“ ist eine Beschreibung. „Alle Bakterien arbeiten richtig“ ist eine dadurch nicht belegte Schlussfolgerung. Trenne Sichtbares von Vermutungen. Fotografiere aus ähnlicher Perspektive und ergänze das Datum.

Vergleichbares vergleichen

Erfasse tatsächliche Zeit, Temperatur und Methode. Vermerke Gerätewechsel oder Änderungen der Probenahme. Zwei Chargen können sich in vielen Merkmalen unterscheiden; ein einzelner Vergleich beweist keine Ursache.

Mit drei Sätzen abschließen

Was wurde beobachtet? Welche Erklärung passt zu den Daten? Was bleibt zu prüfen? Nenne Grenzen: fehlende Messungen, wenige Proben oder unterschiedliche Bedingungen. Im Unterricht gelten die Laborregeln; ein Tagebuch braucht keine Heimkultur unbekannter Mikroorganismen.

Quellen und weiterführende Texte

Lernwerkstatt

Drei Fragen an ein Glas